Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass hybride Formate ein Überbleibsel aus der Pandemie sind. Vor der Zwangs-Digitalisierung vieler Arbeitsbereiche waren Präsenzveranstaltungen ein Muss. Zum einen signalisierten Unternehmen damit, dass ihnen ihre Mitarbeitenden den Aufwand wert sind: Kosten für die Coaches, eventuell Raummiete und Catering – da kommt einiges zusammen.

Ein Online-Training wurde als weniger wertig wahrgenommen, deshalb warf man auch immer nur einen halben Blick auf die einschläfernde Präsentation, die wie im Real Life heruntergebetet wurde. Und dann kam die Pandemie und es setzte ein Lernprozess ein, denn viele Trainer*innen und Coaches, aber auch Verantwortliche in Organisationen erkannten: Online-Trainings funktionieren anders als Präsenzveranstaltungen – müssen anders funktionieren. 

Hybrid? Nie wieder ohne

Es entstanden viele neue Ideen und Techniken, um Online-Trainings ansprechend und lebendig zu gestalten, denn es ist eine neue Herausforderung, Menschen hinter den Bildschirmen zu erreichen, anzusprechen und miteinander in Kontakt zu bringen. Und nach der Pandemie? Viele Menschen freuten sich darüber, endlich wieder „in echt“ in Kontakt zu kommen. Was aber blieb, ist der Anspruch, Menschen auch online abzuholen. Denn ein Vorteil von digitalen Events liegt auf der Hand: Es lassen sich unabhängig vom Ort mehr Menschen zusammenbringen. So wurde das Format der hybriden Trainings zu einer festen Größe im Weiterbildungssektor.

Für eine erfolgreiche Durchführung gibt es aber einige Voraussetzungen. „Du hast die Aufgabe, zwei räumlich voneinander getrennte Gruppen zu einer Gruppe zusammenführen und den Austausch zu gewährleisten. Entscheidend dabei ist, dass sich beide Gruppen als ,gleichwertig‘ wahrgenommen und integriert fühlen“, sagen Inga Geisler und Sandra Dundler. In ihrem umfangreichen Ratgeber „Hybride Trainings und Workshops gestalten“ führen die Expertinnen für Live-Online-Training durch die Konzeptionierung und Vorbereitung eines hybriden Events, das alle Teilnehmenden mitnimmt. 

Aus Training wird Lernbegleitung

Besonders bedeutend ist dabei das neue Selbstverständnis von Trainer*innen und Coaches. „Wenn du für dich erkennst, dass Lernen kein Event, sondern ein Prozess ist, und du deine Teilnehmenden bei diesem Prozess begleiten darfst, bedeutet das ein Mehr für alle Beteiligten.“ Denn was in den vergangenen Jahren auch deutlich geworden ist: Von vortragsartigen Trainings, in denen der Coach von der PowerPoint-Präsentation abliest, behalten die Teilnehmenden quasi nichts, der Lerneffekt geht gegen null.

Digitale Tools und Inhalte bieten hierbei eine neue Art der Wissens- und Kompetenzvermittlung, die in hybriden Events optimal eingesetzt werden kann. Durch eine spannende Verzahnung von Formaten wie Online-Umfragen, der Zusammenarbeit über Online-Whiteboards und dem Austausch über analoge Grenzen hinaus begegnen sich alle Teilnehmenden auf Augenhöhe und lernen in einem kollaborativen Prozess miteinander – und voneinander.

Roter-Reiter-Fazit

Inga Geisler und Sandra Dundler geben ein klares Bild davon, wie Lernbegleitung in hybriden Formaten funktioniert und wie digitale Tools sinnvoll in Trainingskonzepte eingebaut werden können.

Inga Geisler und Sandra Dundler: Hybride Trainings und Workshops gestalten Erfolgsmodelle und Konzepte. 
Mit E-Book inside und Online-Materialien
Beltz Verlag, 2023
275 Seiten, 36 Euro

ISBN: 978-3-407-36839-3

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